Es ist 19.30 Uhr meine Zeit….Ort ist die
Küche mit dem Tisch voller eingerizter Erinnerungen unserer Vorgänger…..mit
Hillsong-Musik im Ohr und einer Tasse Tee.
Es ist schon wieder Mittwoch und ich bin
fast 2 Monate hier. Mein Bruder wird in wenigen Tagen älte run dich kann ihn
leider nur vom anderen Ende der Welt bejubeln. Das tut schon etwas weh.
Ich schaue aus dem Fenster (jetzt is es
dunkel wie die Nacht) und weiß die Papageien streiten sich in unserem Garten um
die Körner, oder was auch immer sie da finden. Ich weiß draußen vor unserem
Haus ist eine Wiese und immer wenn ich mit meinem super lila Fahrrad den Weg
kreuze attakieren mich die großen schwarzen Vögel, weil sie denken ich will
mich auf ihrem Gebiet häuslich niederlassen.
Ich weiß, wo meine Mitbewohner sind und
dass wir dringend an unseren nächsten test arbeiten sollten und neue
Gesangstechniken ausprobieren wollen.
Ich weiß, dass es mich mit dem Bus 45
minuten in die Stadt braucht und ich fast wöchentlich den alten Mann auf meinem
Weg zum College treffe, der aus Russland kommt und 10 Jahre in Deutschland
gelebt hat. Er liebt es einen Schwatz zu halten, was mir nicht imme rhilft,
weil ich moistens spät dran bin. Aber wenn er mir Komplimente gibt wie: “Nimm
keine Tabletten vom Doktor, dann verlierst du deine Schönheit und du bist
schön.” Dann komme ich gern zu spät. J
Appropo Tabletten, ich war jetzt beim
Bluttest und bekomme am Freitag die Ergebnisse und ich bin eingeloggt für eine
Stunde Beratung beim Arzt, dass hört sich lange an. Aber ehrlich gesagt ich
glaube und vertraue Gott, dass ich gesund bin und bleibe, auch wenn ich noch
ein paar Symptome sehe. Die Ärztin meinte ich habe vielleicht eine
Gluten-Intoleranz, was heisst ich muss mein Essen umstellen, was echt nervt,
aber ok.
Ja, wie gesagt, ich weiß nun mehr wie es
hier läuft, weiß, dass ich mit meinem Fahrrad auf der linken Seite fahren
sollte, wenn ich nicht einen Unfall riskieren will und ich genieße e simmer bei
meinem Vornamen angesprochen zu werden, egal ob beim Arzt oder in offiziellen
Meetings (die Australier habens drauf).
Und trotzdem fühle ich mich oft zwischen
den Welten, vermisse euch, sehne mich nach einem Zuhause und dem
geborgensein-Gefühl. Anscheinend ist es einfach gerade so, dass ich punktuell
und zeitweise Zuhause erleben darf. Ich möchte dieses Gefühl unabhängig von
Zeit, Umständen und Ort in Gott und mir erfahren. Und wer weiß was noch auf
mich wartet. J
Es hilft mir jedenfalls sehr zu wissen,
dass ich Freunde habe, die da sind auch wenn ich nicht immer mit euch rumhängen
kann. Ich schätze das sehr.
Letztes Wochenende sind wir zum Bondi-Beach
gefahren, es war noch etwas windig, aber es hat echt Spaß gemacht. Ich war
total in meinem Element und krackselte auf jedem Berg und an jedem Cliff rum,
was meiner Mitbewohnerin Victoria jedesmal den Atem stocken lässt und in
verzweifeltes Gebet bringt. J
Ich merke so sehr, wie ich das Klettern
vermisse und brauche. Es hat fast etwas spirituelles, so dass ich jetzt auf der
Suche nach einer geeigneten Indoor-Halle und einem Kletter-partner bin.
Gute Nachrichten habe ich noch: Ich habe
meine 2 assessments, die ich schriftlich abgegeben habe mit “Competent”
bestanden und auch mein Vorsingen vom song “Irreplaceable” von Beyonce habe ich
heute erfolgreich hinter mich gebracht.
Ich es erfüllt mich so sehr mit
Leidenschaft wenn ich, wie heute, im Chor auf der Bühne stehe und Gott mit
Liedern begegnen darf. Es ist ein unglaubliches Gefühl eine große Halle voll
von Menschen zu erleben, die tanzen, singen und ihrer Verbundenheit mit Gott freien
Lauf lassen.
Ach und nochwas: juhu ich werde jetzt jeden
Donnerstag eine Tanzstunde nehmen mit vielen Studenten (Hip-Hop oder Ballette
oder mal sehen). Ich kann mich einfach nicht entscheiden – tanzen oder singen.
Das gute ist ich muss mich nicht entscheiden. J
Ich hoffe und bete täglich, dass es dir und
euch gut geht. Wie war deine Woche? Schreib mir einfach und ich bemühe mich
bald zurückzuschreiben.
Sei fest umarmt und geliebt,
Deine Ruth
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