Mittwoch, 4. September 2013

Mittwoch Abend in der Kidman Street


Es ist 19.30 Uhr meine Zeit….Ort ist die Küche mit dem Tisch voller eingerizter Erinnerungen unserer Vorgänger…..mit Hillsong-Musik im Ohr und einer Tasse Tee.

Es ist schon wieder Mittwoch und ich bin fast 2 Monate hier. Mein Bruder wird in wenigen Tagen älte run dich kann ihn leider nur vom anderen Ende der Welt bejubeln. Das tut schon etwas weh.

Ich schaue aus dem Fenster (jetzt is es dunkel wie die Nacht) und weiß die Papageien streiten sich in unserem Garten um die Körner, oder was auch immer sie da finden. Ich weiß draußen vor unserem Haus ist eine Wiese und immer wenn ich mit meinem super lila Fahrrad den Weg kreuze attakieren mich die großen schwarzen Vögel, weil sie denken ich will mich auf ihrem Gebiet häuslich niederlassen.
Ich weiß, wo meine Mitbewohner sind und dass wir dringend an unseren nächsten test arbeiten sollten und neue Gesangstechniken ausprobieren wollen.
Ich weiß, dass es mich mit dem Bus 45 minuten in die Stadt braucht und ich fast wöchentlich den alten Mann auf meinem Weg zum College treffe, der aus Russland kommt und 10 Jahre in Deutschland gelebt hat. Er liebt es einen Schwatz zu halten, was mir nicht imme rhilft, weil ich moistens spät dran bin. Aber wenn er mir Komplimente gibt wie: “Nimm keine Tabletten vom Doktor, dann verlierst du deine Schönheit und du bist schön.” Dann komme ich gern zu spät. J

Appropo Tabletten, ich war jetzt beim Bluttest und bekomme am Freitag die Ergebnisse und ich bin eingeloggt für eine Stunde Beratung beim Arzt, dass hört sich lange an. Aber ehrlich gesagt ich glaube und vertraue Gott, dass ich gesund bin und bleibe, auch wenn ich noch ein paar Symptome sehe. Die Ärztin meinte ich habe vielleicht eine Gluten-Intoleranz, was heisst ich muss mein Essen umstellen, was echt nervt, aber ok.

Ja, wie gesagt, ich weiß nun mehr wie es hier läuft, weiß, dass ich mit meinem Fahrrad auf der linken Seite fahren sollte, wenn ich nicht einen Unfall riskieren will und ich genieße e simmer bei meinem Vornamen angesprochen zu werden, egal ob beim Arzt oder in offiziellen Meetings (die Australier habens drauf).
Und trotzdem fühle ich mich oft zwischen den Welten, vermisse euch, sehne mich nach einem Zuhause und dem geborgensein-Gefühl. Anscheinend ist es einfach gerade so, dass ich punktuell und zeitweise Zuhause erleben darf. Ich möchte dieses Gefühl unabhängig von Zeit, Umständen und Ort in Gott und mir erfahren. Und wer weiß was noch auf mich wartet. J

Es hilft mir jedenfalls sehr zu wissen, dass ich Freunde habe, die da sind auch wenn ich nicht immer mit euch rumhängen kann. Ich schätze das sehr.

Letztes Wochenende sind wir zum Bondi-Beach gefahren, es war noch etwas windig, aber es hat echt Spaß gemacht. Ich war total in meinem Element und krackselte auf jedem Berg und an jedem Cliff rum, was meiner Mitbewohnerin Victoria jedesmal den Atem stocken lässt und in verzweifeltes Gebet bringt. J
Ich merke so sehr, wie ich das Klettern vermisse und brauche. Es hat fast etwas spirituelles, so dass ich jetzt auf der Suche nach einer geeigneten Indoor-Halle und einem Kletter-partner bin.

Gute Nachrichten habe ich noch: Ich habe meine 2 assessments, die ich schriftlich abgegeben habe mit “Competent” bestanden und auch mein Vorsingen vom song “Irreplaceable” von Beyonce habe ich heute erfolgreich hinter mich gebracht.
Ich es erfüllt mich so sehr mit Leidenschaft wenn ich, wie heute, im Chor auf der Bühne stehe und Gott mit Liedern begegnen darf. Es ist ein unglaubliches Gefühl eine große Halle voll von Menschen zu erleben, die tanzen, singen und ihrer Verbundenheit mit Gott freien Lauf lassen.

Ach und nochwas: juhu ich werde jetzt jeden Donnerstag eine Tanzstunde nehmen mit vielen Studenten (Hip-Hop oder Ballette oder mal sehen). Ich kann mich einfach nicht entscheiden – tanzen oder singen. Das gute ist ich muss mich nicht entscheiden. J

Ich hoffe und bete täglich, dass es dir und euch gut geht. Wie war deine Woche? Schreib mir einfach und ich bemühe mich bald zurückzuschreiben.

Sei fest umarmt und geliebt,
Deine Ruth

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen