Freitag, 5. Dezember 2014
back on track :-)
Nikolaus is here J
Wie konnte es so schnell Dezember werden? J
Unglaublich, mein drittes
Semester ist mit dieser Woche offiziell zu ende und so viel ist passiert, ich
bin gewachsen, gestolpert und wieder aufgestanden.
Im Julie hatte ich mein drittes
Semester angefangen und meine
Fachrichtung zu „Songwriting“ gewechselt. Was bedeutete neue Mit- Studenten
kennen lernen, sich neu anvertrauen und gemeinsam wachsen.
Die ersten zwei Wochen
war das echt herausfordernd, sich wieder neu in der Gruppe finden, neue Lehrer
und doch viele vertraute Gesichter.
Von Anfang an ging es mit
100% voller Kraft und Verantwortung los. Jede Woche hatte ich einen
„Songwriter- workshop“, wo wir meistens eine Stunde zeit hatten und dann mit
einem ersten Entwurf für einen song zurück kommen sollten und ihn vortragen
sollten. Und weil es mein erstes Semester war, durfte ich kein
Begleitinstrument benutzen, so dass meine Melodie stark genug sein musste um
den Song zu tragen. Wow, ich dachte das wird nie, aber zu meiner Überraschung
fand ich schnell gute Worte und Melodien für Lieder und hatte riesig Spaß
daran. In der letzten Woche hatten wir 2 Stunden zeit um 8 Liedentwürfe zu
schreiben und die Zeit verging so schnell und ich hatte so einen Spaß dran!
Um flexibel zu sein
schrieben wir songs in
verschiedenen Genres (Country, Pop, Rock, Folk) und am Ende meines Semesters
hatte ich vier verschiedene songs aufzunehmen und mit „Chord-sheets“ and
„Lyrics-sheets“ einzureichen. Es war so viel Arbeit, oh mein Gott, aber wirklich
durch viel Gottes Gnade und Hilfe von Freunden habe ich es geschafft. Ich
erinnere mich mit verschiedenen Freunden noch bis nachts um 1 am Klavier
sitzend Lieder aufnehmen und an Noten feilen.
Dieses Semester war
wirklich voll von Präsentationen und Hausarbeiten, wie noch nie zuvor. Vor ein
paar Wochen durften wir eines unserer eigenen Lieder vor hundert Leuten
aufführen. Ich wählte ein song, den ich mit Kelly geschrieben hatte namens
„Perfect Love“, lieh mir das Kleid meiner Mitbewohnerin und fragte James ob er
Gitarre spielen könnte. Nach nur zwei Proben gings ab on stage. Bei wenig Zeit
muss man halt Abstriche machen J
Aber es machte wirklich
viel Spaß.
Noch während der
Examenzeit, durfte ich eine super schöne Zeit in Deutschland genießen. Ich flog mit „Vietnam Airlines“ (mein
Gebet war nicht abzustürzen J ) von Sydney über Vietnam nach Frankfurt, wo mich
Monika, meine beste Freundin, abholte und ich mit meinem Bruder und einer
Bekannten auf Monikas Hochzeit singen durfte. Auch da hatten wir über e-mail
die Lieder und Noten klargemacht und hatten vor Ort 2,5 Stunden Zeit zu proben
und dann gings los J
Ich bin immer wieder so
erstaunt, was und wen Gott alles nutzt um ans Ziel zu kommen. Ich komme mir
immer so unperfekt vor, was anscheinend ein gutes Ding ist, denn Gott ist in
den schwachen stark! ;-)
Und dann ging es weiter
Nach Eisenach und Erfurt, um mir liebe Freunde und Patenkinder zu besuchen!!
Was für ein Spaß. Und dann nach drei Orten und drei verschiedenen Schlafplätzen
ging es endlich zu meinem geliebten Leipzig. Dort durfte ich mit meinem
geliebten Bruder Uli und seiner/ und meiner J Freundin Anna Zeit haben und mit Familie und
ehemaligen Arbeitskollegen/Freunden beim Kaffee und dinner über gute alte
Zeiten tratschen. Ich war so reich gesegnet von Freunden und Familie, die extra
sich Zeit nahmen und anreisten von fern und nah. Ich hatte die Ehre in meiner
Gemeinde (Baptisten Leipzig) an beiden Sonntagen im Gottesdienst zu singen und
von meiner Reise in Australien zu erzählen und fühlte mich so wohl wie immer.
Es fühlte sich an, wie als wäre ich erst letzte Woche dort gewesen zu sein.
Liebe Freunde nahmen mich in ihren Wohnungen auf, ich durfte shoppen gehen bei
H&M, welchen es nur 1x in Australien gibt, und schlenderte so oft wie
möglich durch die Parks der Stadt. Den Geburtstag von Ivonne durfte ich noch
feiern und ein gemeinsames Frühstück mit meinen treuen und verrückten Freunden
(die das in regelmäßigen Abständen mit mir on scype machen) genießen. Ich hatte
meine Winterjacke mit und kaufte mir eine Mütze, weil es mir so kalt war J Was für
Temperaturunterschiede!!!
Nur wieder good-by zu
sagen war nicht witzig. Es ist nicht einfach zu entscheiden wo man leben will,
es gibt so viele schöne Plätze auf der Welt und nicht immer kann man die
geliebten Menschen mitnehmen.
Als ich entschied mit dem
Zug zum Flughafen nach Frankfurt zu fahren, beschlossen die Zugführer erst
einmal zu streiken J Was für ein Zeichen? J
Aber Gott wusste es
besser und an dem Tag als ich Leipzig verließ, streikten sie bis früh um 6 und
mein Zug ging um 9, also kein zurück.
So kam ich, nach 12
Stunden Aufenthalt auf Vietnam´s Flughafen, wieder heil in Sydney an und wurde
von meiner Freundin Desire abgeholt, was ein echter Segen war.
Da ich seit August angefangen hatte in einer Art Flüchtlingsanstalt
für Menschen mit kriminellen Hintergrund zu arbeiten, war es genau das was ich
dann am Wochenende nach meiner Ankunft machte.
Dort darf ich ein kleines
Worship-Team von drei Leuten leiten und den Gefangenen mit Gespräch, Essen und
Gesang im Gottesdienst dienen.
Es hat sich echt total
cool entwickelt. Am Anfang waren wir sieben Insassen und sechs Teammitglieder
im Gottesdienst und als wir anfingen mehr in Kontakt mit den Insassen zu
kommen, für sie zu beten und ihr Anliegen (Familie) zu unserem Anliegen
machten, wuchs die Anzahl der Leute im Gottesdienst. So ist es jetzt, dass wir
keine freien Stühle mehr haben und mit 17 Insassen jeden Sonntag rechnen und
wir eine echte Revolution hier erleben. Die Gefängniswächter erzählen uns über die Veränderung in dem
Verhalten der Gefangenen, wir sehen jeden Sonntag Männer weinend ein Leben mit
Jesus anfangen und anfangen ihre Bibel zu lesen.
Ich leibe es zu sehen,
Jesus will und kann unser leben verändern zum Guten, wenn wir es zu lassen! Danke
Jesus.
Jetzt kommt es zu
Weihnachten, wo wir einen extra Gottesdienst haben werden, Geschenke an deren
Kinder verteilen werden und ich ihnen Plätzchen backen will. J
Im letzten Monat hatten
wir eine Hochzeit im Gefängnis, was echt etwas besonderes war, mich zum einen
freute, dass wir da sein konnten, aber auch lehrte wie unterschiedlich unsere
Realitäten sind. Der einzige Weg für mich das zu verarbeiten war: ein Lied zu
schrieben J (Noch nicht fertig).
Ansonsten bin ich immer
noch in dem anderen Gefängnis in Parklea, was weiterhin riesigen Spaß macht
(außer wenn wir eine halbe Stunden warten müssen um alle Check-ups zu erfüllen
und der Scanner piepend Alarm schlägt wenn ich durch will).
Immer regelmäßig betend
für Gottes Eingreifen, dass ich meine Studiengebühren zahlen kann, durfte ich
ein riesiges Wunder im
November erleben. Es war mir trotz zwei Jobs und Unterstützung aus Deutschland
nicht möglich alles zu bezahlen, aber ich hatte immer Frieden mit Gott, dass er
für alles sorgen wird und so nahm ich den Bibelvers - Mache dir keine Sorgen,
sondern verlass dich auf Gott. - wörtlich.
Und kurz bevor ich aus
dem College (und damit Australien) hätte gehen müssen, beantwortete Gott mein
Gebet und verschiedene Leute kamen ins Büro des Colleges und bezahlten jeden
Cent von dem was ich noch bezahlen musste (und das war eine Menge, nicht nur
500$). Gott ist so gut, er gab mir in Deutschland ein Visum innerhalb von 1
Woche, was ein anderes Wunder ist und er bezahlte alles, damit ich hier weiter
studieren kann).
Es war echt unglaublich.
Es ist für mich eine riesige Bestätigung, dass ich hier am richtigen Ort bin,
dass Gott niemals zu spät ist und sein Zeitplan perfekt ist!
Danke Jesus.
Und so durfte ich dann
das Ende meines Semesters erleben, frei von der Last der Finanzen, in einem
neuen Kleid am Tisch mit meinen Freunde zum Graduation – dinner und eine Woche
später singend im Chor auf der Bühne. Das lustige war, dass wir zur Graduation
– Ceremony als Chor singen durften und ich, frag nicht wie – keine Ahnung, in
der ersten Reihe stand und wir probten, dass wenn die Lichter ausgehen wir von
der Bühne gehen. Das war auch das was ich und zwei andere Mädels taten. Als wir
dann aber Backstage alleine standen und uns keiner folgte, fragten wir uns: wo
sind die alle. Naja, die waren noch auf der Bühne unerwarteter weise, was aber
nicht schlimm war und es nicht auffiel, dass wir weg waren. J
Und so musste ich doch
wieder good-by sagen zu lieb gewonnen Freunden hier in Australien, weil sie ihr
Studium abgeschlossen haben.
Aber ich bin dankbar
jeden Tag, weil Jesus für mich sorgt, ich bitte ihn um viele Details und er
kümmert sich. So habe ich mein Abschlusskleid bekommen, weil ein besonders
geliebter Mensch in meinem Freundeskreis/ Familie sich die Mühe machte mich zu
versorgen. Ich bat Gott um neue Klamotten und meine Freundin, die zurück nach
Afrika gegangen ist, gab mir ihre Kleider, Essen und schenkte mir ihre Gitarre!
Manchmal haben wir gerade
so genug und oft vielmehr als wir brauchen. J
Wofür bist du heute
Dankbar?
Freitag, 25. Juli 2014
Oma und Gott
God is so good!
Ich fühle mich so
gesegnet! Ich sitze gerade bei meiner australischen Oma zu Hause am Küchentisch
und das Radio an ihrem Bett dröhnt extrem laut aus ihrem Schlafzimmer, wo sie
gerade etwas schläft. Ich liebe es in ihrem warmen und schönen Haus zu sein, am
laptop und mit einem weißen Cappuccino neben mir. Da komme ich mir immer besonders als Schriftstellerin vor. J Über was man sich
halt immer so Gedanken macht, was? J
Die letzten Wochen waren,
wie ich ja schon geschrieben hatte, ein auf und ab- wie Leben so ist.
Aber besonders heute muss
ich wirklich sagen, ich bin sooo dankbar. Jesus segnet mich soo sehr.
Ich lerne Jesus gerade
noch einmal tiefer als „Versorger“ kennen, der weiß was ich brauche und was ich
mir wünsche. Nicht nur, dass Freunde mich letzte Woche zum Frühstück und Kino (
wir haben „Transformers“ gesehen) eingeladen haben, auch unterstützen mich
Freunde in Deutschland mehr und mehr finanziell (sehr überraschend) und ich
mehr Schichten hier auf Arbeit haben konnte. So kann ich jetzt fast den ganzen
Flug nach Deutschland in September für 3 Wochen bezahlen und konnte die erste
Summe für die Studiengebühr bezahlen. Wieso ich das so genau erzähle ist nicht
weil ich Geld eine zu hohe Priorität gebe, sondern einfach weil ich immer „praktische
Hilfe“ von Gott wollte und ich es hier spürbar und sichtbar erlebe, Jesus sorgt
für mich und ich brauche mir keine Sorgen zu machen- über gar nichts. Danke
Gott. Und nicht nur das Gott weiß was ich an Summen brauchen, ich werde oft mit
Mittagessen oder Abendessen (bei der Oma hier auf die ich aufpasse) versorgt
und dass meine „Arbeitgeber“ mich oft von zu hause abholen und heimfahren. Wo
gibt’s das denn? ;-)
Ich hoffe ich langweile
euch nicht, aber es sprudelt so aus mir raus und ich teile es so gern mit dir.
Das weit wichtigere für mich ist im Moment, dass ich so einen Frieden und Ruhe
in mir spüre. Ich habe immer nach Zufriedenheit in meinem Leben gesucht und ich
merke so stark wie ich immer mehr darin wandle – im leben, im laufen, im gehen,
im vorwärts gehen ich merke wie Gott mit mir ist und mich segnet und mir
Zufriedenheit gibt.
So ist es, dass ich weiß
ich soll „songwriting“ belegen, aber die letzten Wochen lies mich das nun doch
nervös werden lassen. Ich bekam
Zweifel an mir selbst, wie „Was wenn alle anderen besser sind als ich? Was wenn
ich keine Lieder schreiben kann? Was wenn’s ich alle gut verstehen, ich aber
außen vor bleibe?“
Und dann hatte ich eines
Abends das Bild in meinem Kopf von einem Reiter in einer Ritterrüstung auf
einem Pferd auf seinen hinteren Beinen. Ich war mir nicht sicher was Gott mir
sagen wollte damit. Aber seit gestern ist mir klar, dass Jesus mir sagt: „Ruth
du weißt ich wollte, dass du songwriting machen sollst. Ich vertraue dir,
deshalb kannst du dir vertrauen. Ich bin mit dir und ich führe dich nicht in
eine Falle oder einen Hinterhalt. Wenn ich dich sende, wird er erfolgreich,
weil ich dir die Kraft und Lieder geben werde. Ruth du hast mehr Kraft und
Stärke als du denkst du hast. Du hast generell mehr zu geben, als du denkst du
hast! Vertraue mir“
Ich liebe das am Heiligen
Geist, er drängt mich nicht, sondern öffnet mir die Augen und lässt mir die
Wahl, das Gute zu wählen.
Ok wartet mal, jetzt gebe
ich der Oma Rita erst einmal Mittagessen. Suppe mit Toast und ich darf mit
essen!
Ok bin wieder da J Die Oma ist so
lustig, immer einen Spruch auf den Lippen.
Ich will euch unbedingt
noch etwas erzählen. Ich plane ja gerade an dem Flug nach Deutschland im
September für 3 Wochen und ich bete, dass Gott alles gibt was ich dafür
brauche. Und ich lief die Woche nach Hause und hatte ein Gespräch mit Gott ,
dass er mir zeigt wie ich das verdiente Geld investieren soll. Ich merkte, dass
ich ihm vertraue, dass er mich liebt und versorgt mit allem was ich brauche und
trotzdem hatte ich manchmal meine Zweifel, ob er mich nicht vergisst, ob ich
ihn vielleicht an die Summen die ich brauche und Termine erinnern sollte. Etwas
am panicken redeten Gott und ich darüber. Und ich spürte, wie er mir Frage nach
Frage eine Antwort gab und meinte:“ Wieso sollte ich dir nicht alles geben was
du brauchst. Du bist meine Tochter und somit gehört dir alles was auch mir
gehört. Ich habe alles erschaffen und alle Reichtümer gehören mir. Ich liebe es
dir zu geben und ich brauche es ja nicht, also möchte ich es dir geben! Ich
kenne deine Bedürfnisse noch bevor du sie bemerkst. Und ich versichere dir ich
spiele nicht mit deinen Gefühlen oder nutze dich aus. Was in der Vergangenheit
war wird nicht noch mal passieren. Du bist sicher bei mir.“
Es war unglaublich schön,
ich konnte nur weinen und wusste wieder neu: Ich kann und darf Jesus vertrauen
und glauben, dass das was er mir verspricht wahr ist!
Ich möchte dich ermutigen
heute: Glaubst du wirklich was Gott gutes über dich spricht? Glaubst du wirklich,
dass du seine Tochter und sein Sohn bist und dir somit alles gehört auch was
Gott gehört (Heilung, Versorgung, Frieden,...) Durch den Tod und Auferstehung
von Jesus Christus gehört uns alles Gutes und wir dürfen Gutes erwarten!
Ich danke dir Jesus, du
bist mein Held!
Mittwoch, 16. Juli 2014
conference and the end of the semester
Ich bin doch nicht etwa schon ein Jahr hier
in Australien?
Ich kann es nicht glauben.
Es ist Mitte July und
nächste Woche geht schon mein zweites College Jahr los. Ich fühle mich jetzt
wie in der „großen Schule“ J
Ende Juni habe ich mein
erstes Jahr abgeschlossen und habe alle Hausarbeiten und Performances
überstanden. Nur Musik Theorie durfte ich mit einer Frage noch einmal
wiederholen. J Und das im Büro, wo alle Lehrer sitzen....so unangenehm, aber ok. Das
witzige ist, dass keiner komisch guckt oder die Nase rümpft, es ist eher
unangenehm die so angesehenen Lehrer und Prediger in einem ganz anderen Kontext
zu erleben.
Hatte ich erzählt, dass
ich ja meine Abschluss - performance in einem schwarzen Kleid und „Sia- Death
by Chocolate“ singend gut überstanden habe? Man als ich auf die Bühne bin,
dachte ich, ich fall gleich um, weil mir so schlecht war. J
Ich habe für drei Freunde
Background-vocals gesungen und durfte für meinen song Standing-ovations
erhalten. Es war echt ziemlich cool und ein gutes Gefühl.
Und dann kam Hillsong-Conference
vom 30.06.-04.07.14 in der
größten Arena in Australien (Sydney). Von Montag bis Freitag kamen Christen und
Nicht-Christen aus der ganzen Welt um über Gott zu lernen, zu singen und in
Workshops am Nachmittag praktische Umsetzungen mitzunehmen. Wir hatten echt
unglaublich crazy gute Referenten da, wie Robert Madu (USA), Judah Smith (USA),
Carl Lenz (USA), Bill Hybels (USA) und natürlich Brian Houston (Sydney).
Da ich am Hillsong
college studiere war meine Aufgabe in dieser Woche mit zu arbeiten und wir
wurden sehr gut darauf vorbereitet. Uns wurde schon vorher gesagt, wir werden
wenig Schlaf bekommen und wir sollen genug Wasser trinken. Ich war eigentlich
eingeteilt beim Host-team (Platzzuweisung), aber als ich dann auf den Plan
schaute, war ich echt enttäuscht mit Gott, weil ich auf einmal in Kids war, was
– wie ich hörte- extrem stressig sei.
Oh man, ich dachte ich
werde nichts von der Conference mit bekommen, weil wir in einem anderen Gebäude
seien und ich werde nur übermüdet sein. Mist.
Aber naja Gott hat höhere
Gedanken als ich J
Das witzige war, dass ich
in Kids landete (1-3 Jahre alt) und die Gottesdienste für das Team managte. Ich
hatte mehr Zeit als wenn ich beim Host-team gewesen wäre, ich saß in fast allen
sessions der Conference und hatte frühs Zeit Kaffee für das Team zu holen. Ich
war so gesegnet, man! Na gut es hatte schon seinen Preis in Kids zu sein: einen
Nachmittag lief ich für die Kids als Prinzessin rum und einen anderen Tag als
Superwoman. J Den Kids hats gefallen und meinen Freunden, die sich vor lachen nicht mehr
halten konnten.
Und besonders für diese
Zeit hatte ich mich vorbereitet und lackierte meine Nägel mit dem Motto der
Woche: „No other name“ (Jesus). J
Nun habe ich zwei Wochen
Ferien, in denen ich bis jetzt viel gearbeitet habe meiner alten Lady, mit der
ich sehr viel Spaß habe. Leider sind die Nächte immer ein Abendteuer, weil sie
wie ein Baby alle 2 Stunden aufwacht. Aber oft singen wir am Nachmittag
zusammen, haben Tee und Kuchen (und ich versuche ihr ihre Medizin
unterzujubeln) und ich lese ihr vor.
Leider war die letzte
Woche auch hart, da mein Stiefvater in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag
(11.07.14) verstorben ist. Ich
habe dann am Freitagabend mit meiner Mutter telefoniert und konnte nur via sms
mit meinen Brüdern in Kontakt sein.
Ich wusste, dass er in
der letzten Phase seines irdischen Lebens ist und ich bin sehr dankbar für
meinen Bruder Uli, der mich immer auf dem Laufenden hält.
Es half mir sehr, alle
Vergangenheit und Gefühle noch am Mittwoch an Jesus abzugeben und dann am
Wochenende zwei Nachtschichten bei der Oma zu arbeiten.
Ja, ansonsten habe ich
letzte Woche wieder mit Fitness-Studio angefangen und werde am Freitag
zweiwöchig wieder Gesangsunterricht nehmen. Mir fehlt es so sehr.
Gestern hatte ich einen
ganz schönen „run“, wo ich viele Texte geschrieben habe und auf dem Weg zum
college anhalten musste um meine Ideen für Lieder aufzuschreiben. Ich hatte
eine Zeit, wo ich echt unsicher und angespannt war über die Entscheidung für
„songwriting“. Ich dachte, was wenn alle besser sind als ich, wenn ich hinter
her hänge, wenn ich es nicht schaffe Lieder zu schreiben, was wenn ich keine
Motivation habe, es niemanden zeigen will,....
Und ich merkte wieder
einmal, dass Jesus mir sagte: ich habe dich dazu gerufen, also werde ich es
auch gelingen lassen. Ich merke, wie Texte einfach so fließen und meine Aufgabe
ist, von Jesus zu empfangen. Man sollte doch denken, dass wenn jemand dir alles
Gute, alle Unterstützung, allen Erfolg in seinem eigenen beständigen Namen
anbieten, dass man es easy und willig annehmen kann. Pustekuchen, es ist
schwer! Ich denke in unsere Kultur ist es so, dass wir alles selber schaffen
müssen oder wollen und es als Schwäche und „Nichtkönnen“ gilt, wenn man
empfangt oder „jemanden anderen machen lässt“. Tja in Jesus´s Plan läuft das
anders. Ich merke er will, dass ich ruhig bin und von ihm höre und mir Lieder
schenken lasse.
So bin ich mal gespannt
was im nächsten halben Jahr passieren wird! Vielleicht wird ein song irgendwann
mal um die Welt gehen. Wie cool wäre das denn? Und wenn nicht, freut sich Jesus
auch so J
Letzte Woche hatte ich
wieder eine gute Zeit mit Jesus alleine und er machte mir klar: „My Grace is
for free.“ (Meine Gnade ist umsonst).
Ich fand es einen super
slogan und nahm ihn gleich mit in den Knast, hätte ich fast gesagt, ich meine
ins Gefängnis. Ich hatte ja ein paar Monate her die Idee von Gott, dass ich
neue „Hillsong“-songs ins Gefängnis bringen soll und letzte Woche sang ich
„Calvary“, wo es um Jesus Tod und Auferstehung geht für die Jungs. Es war
wieder der Hammer, ein Mann kam auf mich zu, der aus Ungarn ist und durch
meinen Gesang an seine geliebte Frau erinnert wurde und er mir seine story in
10 minuten unter Tränen erzählte. Es ist für mich immer wieder unglaublich auf
was für Wegen Gott Menschen berührt!
Donnerstag, 29. Mai 2014
NEWS
Ich sitze im Cafe um die Ecke, die Sonne scheint und der Wind weht durch die
Palmenblätter. Ich bin froh, dass ich drinnen sitzen kann und erinnere mich
gerade mit „Augen rollen“ daran, dass ich dringend meine Wäsche abnehmen muss,
die über Nacht den Regen genossen hat.
Es gibt so viel Neues:
und alles nach einander. J
Ich habe, nach drei
Wochen nonstop Examen und Hausarbeiten, eine Woche frei und war am Montag am Strand „Dee Why“ mit zwei
Mädels und gestern in den Blue Mountains. Nach fast 6 Stunden „Bush-walk“ tun
mir alle Muskeln (ok nicht alle) weh, aber ich bin glücklich. J
Die letzten Wochen waren
echt straff, ich hatte jeden Montag mehrere Hausarbeiten abzugeben, muss leider eine Aufgabe von Musik
Theorie wiederholen, habe aber ansonsten alles bestanden. Sehr aufregend und
cool war mein Auftritt am vorletzten Montag. Wir als Workshop hatten die
Aufgabe über zwei Monate eine performance vorzubreiten mit Bühnen-desgin,
Einladung, Moderatoren und der ganzen technischen Seite wie Licht und Sound.
Und obendrein hatten wir zwei Bands mit vielen Sängern. Jeder hatte sich ein
Lied rausgesucht und hatte mehrere Wochen das vorzubreiten und Backgroundvocals
zu trainieren. Naja und weil es ja hier auch im Leitung geht hatte jeder einen
Bereich für den er zuständig war um den Vormittag exzellent zu machen. Oh man und ganz ehrlich, ich mag kein
teamwork J wenn ich alleine arbeiten könnte und jedem nur etwas zuteilen könnte, das
wäre perfekt. Aber NEIN, ich will ja wachsen und so versuchte ich all die
Herausforderungen anzunehmen und organisierte Räume für Proben und telefonierte
alle Sänger ab um sie zusammen zu sammeln für Proben. Wir hatten dann eine
Generalprobe und das meiste lief echt schlecht...so dass wir die letzte Woche
vor dem Auftritt fast täglich den Ablauf übten. Ich selber sang als
Backgroundvocals für drei andere Lieder, was echt Spaß gemacht hat.
Ich war dann vor meinem
eigenen Song echt ziemlich aufgeregt, was schon länger nicht mehr so schlimm
war. Ich versuchte es mit allein sein – was mit so vielen Leuten im Raum echt
schwierig war, aber dann lief es echt richtig gut. Ich hatte ein schwarzen
langes Kleid an und meine Backgroundvocals gaben alles. J Ich sang „Death
by chocolate“ by Sia, was eher ein jazzy und ruhiger song ist. Ich habe es sehr
genossen und alle standen auf und applaudierten. Und ich habe auch diese
Prüfung bestanden mit Worten meiner Lehrer, dass sie gerne bei einem meiner
zukünftigen Auftritte gern dabei wären. Ich liebe es so sehr gesanglich eine
Geschichte zu erzählen und Menschen zu erreichen und zu berühren. So schön. Es
ist wie ein Gedicht, wie als würde die Welt kurz stehen bleiben und sich
niemand bewegt, nur die Atmosphäre aufsaugt.
Aber das schönste
passierte heute.
Wie ich ja schon erzählt
hatte habe ich vor Wochen angefangen mit im Gefängnis Gottesdienste zu gestalten. Wir unterziehen uns
allen Sicherheitschecks, was wieder bedeutet alle Piercings raus zunehmen, und
dann mit den „inmates“ – Insassen- gemeinsam Zeit zu verbringen, mehr über ihre
Herkunft (Kolumbien, Neuseeland, Islander,..) raus zu finden und Lobpreis,
Gebets und eine Predigt zu geniessen.
Diesmal war es anders als
sonst, denn unser Leiter Pastor Gilbert war nicht da und wir hatten kurzerhand
die Aufgabe alles selbst zu organisieren. Lofa, ein Mädchen aus unserer Gruppe
holte mich ab und war ganz verzweifelt was wir tun sollen. Nachdem wir Gott um
Hilfe gebeten hatten kamen wir auf richtig gute Ideen und ich durfte ihr Haus
und ihre sieben Geschwister kennen lernen.
Angekommen im Gefängnis
standen wir vor vielen jungen Männern in grünen kurzen Hosen und grünen
T-Shirts – wie gewohnt. Viele neue waren da und wir begannen drei Lieder zu
singen von einer Bühne ohne Dekoration, mit nur teils funktionierender Technik
und unserem Versuch die Bauarbeiten neben dem Gebäude zu übertönen. In der
ersten Reihe auf den weißen Plastikstühlen saß ein neuer Mann mittleren Alters,
dem ich ansehen konnte, wie ätzend er das hier fand und wie er versuchte mit
ärgerlichen Kommentaren die Situation auszuhalten. Ich wusste nach dem Lobpreis
war es an mir von meinem Leben, von Schmerz und Zerschlagenheit und der
Hoffnung die ich fand in Jesus zu erzählen.
Ich betete, dass mein
englisch gut genug ist und ich nicht durcheinander rede. Ich fang an mich
vorzustellen, wo ich her bin und wie mein Leben aussah, dass ich Jesus begegnet
bin und wo keine Hoffnung und Lebenslust war, jetzt eine Zukunft ist mit Freude
und Hoffnung. Im Raum wurde es sehr ruhig, die lauten Baustellengeräusche
hörten auf und ich sah junge und alte Männer nicken zu dem was ich sagte. Auf
wundersame weise fand ich Worte, die ich mir nicht vorher zurechtgelegt hatte
und wusste, Gott ist mit mir. Ich konnte so sehr fühlen, wie sehr diese Männer
Gott wichtig sind, wie sehr sein Herz für sie schlägt.
Als meine Worte endeten
setzte ich mich, in Erwartung für den nächsten Teil des Gottesdienstes. Da
erhob einer der Männer das Wort und dankte mir sehr, er ermutigte mich, dass
die Vergangenheit mich nicht bestimmt und mich nicht entmutigen soll. Er drehte
sich um zu seinen Mitgefangenen und sagte: „Dreh dich um, alle hier sind von
jetzt ab deine Familie. Wir sind alle deine Brüder.“
Und weiter sagte er, dass
so viele Weiße die Ureinwohner von Australien, die Inselbewohner und
Neuseeländer abgelehnt und verurteilt haben und dass mein Erscheinen und die
Zeit, die ich mit den Gefangen teile, einen großen Einfluss hat auf sie- mehr
als ich sehen kann.
Ich konnte es nicht
glauben. Ich war so berührt, dass hatte ich nun am wenigsten erwartet. Ich
hatte keine Ahnung, dass ich als – bis jetzt- einzige Weiße im Team so einen
Unterschied machte. Ich bin so beeindruckt, dass sie mich in ihr Leben ließen,
noch bevor ich von Vorurteilen und Ablehnung wusste. Etwas Neues bricht auf und
was witzig ist: diese Woche ist die Woche der Entschuldigung und Vergebung von
Weißen und Ureinwohnern. Ich hatte ja keine Ahnung!
Nach all dem beteten wir
für jeden einzelnen Mann und dann kam ich zu dem, der seine Stimme erhoben
hatte und fragte, was ich für ihn beten darf: doch er sagte nur: „Nein jetzt
bete ich für dich.“
Und das Schöne passierte,
dass der Ausdruck des Mannes mittleren Alters in der ersten Reihe veränderte
sich wären meiner Geschichte. Er wurde sanfter und offen, so dass ich für seine
Familie „draußen“ beten durfte und er sich am Ende für die Zeit bedankte. Und
einer der Anderen bat mich mit ihm um Vergebung für seine „dummen
Entscheidungen in der Vergangenheit“ zu beten. Nachdem ich ihm sagte wie
intelligent ich ihn empfinde, verließ er unglaublich glücklich und verändert
den Raum in seine Zelle zurück. Auch eine der unglaublichsten Erfahrungen des
Tages!
GOTT TUT WUNDER. Und ER
gebraucht uns jeden da, WO wir es manchmal nicht ERWARTEN.
So habe ich heute 25 neue
internationale, dunkelhäutige, hellhäutige, tätowierte und gepiercte Brüder
dazu gewonnen. Thanks God.
Und es gibt da noch
was zu erzählen:
Ich habe beschlossen ein
weiteres Jahr hier in Sydney zu studieren und den heißen Sommer zu genießen.
Mein Semester endet Anfang Julie und dann werde ich zweites Jahr sein am
college- werde dann zu den Großen gehören J
Ohne Zweifel weiß ich,
dass ich „songwriiting“ belegen werde, um meine eigenen songs zu schreiben und
die vielen Texte die ich schon habe in Musik zu verwandeln.
Ich merke einfach, ich
bin hier noch nicht fertig. Es gibt noch mehr zu lernen und zu erfahrne hier
für mich. Ich würde gern wiederkommen und es tut mir leid für alle die darauf
gehofft hatten. Aber ich plane im September für 3 Wochen zu kommen und freue
mich riesig auf euch!
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