Ich bin doch nicht etwa schon ein Jahr hier
in Australien?
Ich kann es nicht glauben.
Es ist Mitte July und
nächste Woche geht schon mein zweites College Jahr los. Ich fühle mich jetzt
wie in der „großen Schule“ J
Ende Juni habe ich mein
erstes Jahr abgeschlossen und habe alle Hausarbeiten und Performances
überstanden. Nur Musik Theorie durfte ich mit einer Frage noch einmal
wiederholen. J Und das im Büro, wo alle Lehrer sitzen....so unangenehm, aber ok. Das
witzige ist, dass keiner komisch guckt oder die Nase rümpft, es ist eher
unangenehm die so angesehenen Lehrer und Prediger in einem ganz anderen Kontext
zu erleben.
Hatte ich erzählt, dass
ich ja meine Abschluss - performance in einem schwarzen Kleid und „Sia- Death
by Chocolate“ singend gut überstanden habe? Man als ich auf die Bühne bin,
dachte ich, ich fall gleich um, weil mir so schlecht war. J
Ich habe für drei Freunde
Background-vocals gesungen und durfte für meinen song Standing-ovations
erhalten. Es war echt ziemlich cool und ein gutes Gefühl.
Und dann kam Hillsong-Conference
vom 30.06.-04.07.14 in der
größten Arena in Australien (Sydney). Von Montag bis Freitag kamen Christen und
Nicht-Christen aus der ganzen Welt um über Gott zu lernen, zu singen und in
Workshops am Nachmittag praktische Umsetzungen mitzunehmen. Wir hatten echt
unglaublich crazy gute Referenten da, wie Robert Madu (USA), Judah Smith (USA),
Carl Lenz (USA), Bill Hybels (USA) und natürlich Brian Houston (Sydney).
Da ich am Hillsong
college studiere war meine Aufgabe in dieser Woche mit zu arbeiten und wir
wurden sehr gut darauf vorbereitet. Uns wurde schon vorher gesagt, wir werden
wenig Schlaf bekommen und wir sollen genug Wasser trinken. Ich war eigentlich
eingeteilt beim Host-team (Platzzuweisung), aber als ich dann auf den Plan
schaute, war ich echt enttäuscht mit Gott, weil ich auf einmal in Kids war, was
– wie ich hörte- extrem stressig sei.
Oh man, ich dachte ich
werde nichts von der Conference mit bekommen, weil wir in einem anderen Gebäude
seien und ich werde nur übermüdet sein. Mist.
Aber naja Gott hat höhere
Gedanken als ich J
Das witzige war, dass ich
in Kids landete (1-3 Jahre alt) und die Gottesdienste für das Team managte. Ich
hatte mehr Zeit als wenn ich beim Host-team gewesen wäre, ich saß in fast allen
sessions der Conference und hatte frühs Zeit Kaffee für das Team zu holen. Ich
war so gesegnet, man! Na gut es hatte schon seinen Preis in Kids zu sein: einen
Nachmittag lief ich für die Kids als Prinzessin rum und einen anderen Tag als
Superwoman. J Den Kids hats gefallen und meinen Freunden, die sich vor lachen nicht mehr
halten konnten.
Und besonders für diese
Zeit hatte ich mich vorbereitet und lackierte meine Nägel mit dem Motto der
Woche: „No other name“ (Jesus). J
Nun habe ich zwei Wochen
Ferien, in denen ich bis jetzt viel gearbeitet habe meiner alten Lady, mit der
ich sehr viel Spaß habe. Leider sind die Nächte immer ein Abendteuer, weil sie
wie ein Baby alle 2 Stunden aufwacht. Aber oft singen wir am Nachmittag
zusammen, haben Tee und Kuchen (und ich versuche ihr ihre Medizin
unterzujubeln) und ich lese ihr vor.
Leider war die letzte
Woche auch hart, da mein Stiefvater in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag
(11.07.14) verstorben ist. Ich
habe dann am Freitagabend mit meiner Mutter telefoniert und konnte nur via sms
mit meinen Brüdern in Kontakt sein.
Ich wusste, dass er in
der letzten Phase seines irdischen Lebens ist und ich bin sehr dankbar für
meinen Bruder Uli, der mich immer auf dem Laufenden hält.
Es half mir sehr, alle
Vergangenheit und Gefühle noch am Mittwoch an Jesus abzugeben und dann am
Wochenende zwei Nachtschichten bei der Oma zu arbeiten.
Ja, ansonsten habe ich
letzte Woche wieder mit Fitness-Studio angefangen und werde am Freitag
zweiwöchig wieder Gesangsunterricht nehmen. Mir fehlt es so sehr.
Gestern hatte ich einen
ganz schönen „run“, wo ich viele Texte geschrieben habe und auf dem Weg zum
college anhalten musste um meine Ideen für Lieder aufzuschreiben. Ich hatte
eine Zeit, wo ich echt unsicher und angespannt war über die Entscheidung für
„songwriting“. Ich dachte, was wenn alle besser sind als ich, wenn ich hinter
her hänge, wenn ich es nicht schaffe Lieder zu schreiben, was wenn ich keine
Motivation habe, es niemanden zeigen will,....
Und ich merkte wieder
einmal, dass Jesus mir sagte: ich habe dich dazu gerufen, also werde ich es
auch gelingen lassen. Ich merke, wie Texte einfach so fließen und meine Aufgabe
ist, von Jesus zu empfangen. Man sollte doch denken, dass wenn jemand dir alles
Gute, alle Unterstützung, allen Erfolg in seinem eigenen beständigen Namen
anbieten, dass man es easy und willig annehmen kann. Pustekuchen, es ist
schwer! Ich denke in unsere Kultur ist es so, dass wir alles selber schaffen
müssen oder wollen und es als Schwäche und „Nichtkönnen“ gilt, wenn man
empfangt oder „jemanden anderen machen lässt“. Tja in Jesus´s Plan läuft das
anders. Ich merke er will, dass ich ruhig bin und von ihm höre und mir Lieder
schenken lasse.
So bin ich mal gespannt
was im nächsten halben Jahr passieren wird! Vielleicht wird ein song irgendwann
mal um die Welt gehen. Wie cool wäre das denn? Und wenn nicht, freut sich Jesus
auch so J
Letzte Woche hatte ich
wieder eine gute Zeit mit Jesus alleine und er machte mir klar: „My Grace is
for free.“ (Meine Gnade ist umsonst).
Ich fand es einen super
slogan und nahm ihn gleich mit in den Knast, hätte ich fast gesagt, ich meine
ins Gefängnis. Ich hatte ja ein paar Monate her die Idee von Gott, dass ich
neue „Hillsong“-songs ins Gefängnis bringen soll und letzte Woche sang ich
„Calvary“, wo es um Jesus Tod und Auferstehung geht für die Jungs. Es war
wieder der Hammer, ein Mann kam auf mich zu, der aus Ungarn ist und durch
meinen Gesang an seine geliebte Frau erinnert wurde und er mir seine story in
10 minuten unter Tränen erzählte. Es ist für mich immer wieder unglaublich auf
was für Wegen Gott Menschen berührt!
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